BCS-Implantate sind ein einteiliges Zahnimplantat-System mit Sofortbelastung, das von Ihde Dental hergestellt wird. Sie gehören zum strategischen Implantatkonzept und sind primär für die kortikale Verankerung im Ober- und Unterkiefer designt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen zweizeitigen Implantaten werden BCS-Implantate nicht nur nach der Höhe und dem Volumen der Spongiosa ausgewählt. Ihr Hauptzweck ist es, mechanische Stabilität zu erreichen, indem sie in stabilem kortikalen Knochen verankert werden. Dies macht sie besonders nützlich in Fällen, in denen der verfügbare Knochen reduziert, uneben oder für die konventionelle Implantation ohne zusätzliche Transplantation ungeeignet ist.
BCS-Implantate werden üblicherweise in Protokollen mit Sofortbelastung verwendet, insbesondere für segmentale Brücken und Full Dental Circular Bridges. In geeigneten klinischen Situationen können sie auch unmittelbar nach einer Extraktion gesetzt werden, sofern eine ausreichende basale Stütze vorhanden ist.
Überblick über die BCS-Implantatreihe
Die BCS-Serie umfasst verschiedene Implantatdurchmesser, Längen und Prothetikkopf-Designs. Das Sortiment umfasst kleine Abutmentkopf-Implantate, große Abutmentkopf-Implantate und BCS MU-Implantate für verschraubte mehrgliedrige Prothetik.
Die Implantate sind aus einer starken, biokompatiblen Titanlegierung, Ti6Al4V, gefertigt. Sie haben eine mechanisch geglättete Oberfläche und ein selbstschneidendes Gewinde mit Rotationssicherung. Das Anti-Rotations-Design schützt das Implantat vor unbeabsichtigtem Herausdrehen, bevor die Prothese eingesetzt wird.
Die kleineren 2,7-mm- und 3,0-mm-Implantate werden im Allgemeinen als unterstützende oder zusätzliche Implantate betrachtet. Sie werden verwendet, um die Stabilität der implantatprothetischen Konstruktion zu erhöhen und eine kortikale Drei-Punkt-Stütze zu schaffen. Sie sind normalerweise nicht als Einzelzahnimplantate vorgesehen.
Die breiteren BCS-Implantate, einschließlich der Versionen mit 4,6 mm, 5,5 mm, 7,0 mm, 9,0 mm, 10,5 mm und 12,0 mm, werden verwendet, wenn eine breitere kortikale oder basale Stütze vorhanden ist und eine stärkere prothetische Stütze erforderlich ist.
Wo BCS-Implantate verwendet werden
BCS-Implantate werden sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer verwendet. Ihre klinische Hauptaufgabe besteht darin, sich im kortikalen Knochen zu verankern, anstatt sich nur auf die weiche Spongiosa zu stützen.
Typische Einsatzgebiete sind:
- Posteriorer Oberkiefer
- Anteriorer Oberkiefer
- Posteriorer Unterkiefer
- Anteriorer Unterkiefer
- Extraktionsalveolen, wenn die basale Stütze ausreichend ist
- Tubero-pterygoidaler Bereich
- Kortikale Knochenbereiche für die strategische Implantatverankerung
- Vollzahnmedizinische Fälle mit Sofortbelastung
- Segmentale Restaurationen von Brücken
Im Oberkiefer können BCS-Implantate verwendet werden, wenn die konventionelle Implantation aufgrund einer begrenzten vertikalen Knochenhöhe, eines reduzierten Knochenvolumens oder der Nähe der Kieferhöhle schwierig ist. In diesen Fällen kann das Implantat auf die verfügbare kortikale Stütze ausgerichtet werden, anstatt sich nur auf den Alveolarkamm zu stützen.
Im Unterkiefer können BCS-Implantate verwendet werden, um stabile kortikale Strukturen zu erreichen und eine starre Stütze für die Sofortschienung zu bieten.
Für BCS-Implantate geeignete Knochenverhältnisse
BCS-Implantate sind besonders wichtig, wenn der Behandlungsplan eine Verankerung im harten kortikalen Knochen erfordert.
Sie können in folgenden Situationen in Betracht gezogen werden:
- Reduziertes Alveolarknochenvolumen
- Dünne Kämme
- Postextraktionsalveolen mit ausreichender basaler Abstützung
- Atrophische Kieferverhältnisse
- Posteriorer Oberkiefer mit begrenzter Spongiosa
- Fälle, in denen trotz alveolärem Knochenschwund noch kortikaler Knochen vorhanden ist
- Vollständige Zahnrehabilitation, bei der mehrere Implantate sofort verblockt werden können
Wichtig ist nicht nur, „wie viel Knochen vorhanden ist“, sondern ob das Implantat in stabilem kortikalem Knochen verankert werden kann. Aus diesem Grund werden BCS-Implantate oft im Zusammenhang mit der Basalen Implantologie und der strategischen Implantologie diskutiert.
Die 2,7-mm- und 3,0-mm-BCS-Implantate sind vor allem in dünnen Kieferbereichen als Zusatzimplantate sinnvoll. Wenn nur diese schmalen Implantate in einem sehr dünnen Kiefer verwendet werden, kann laut Herstellerkatalog eine größere Anzahl von Implantaten erforderlich sein, um ein stabiles implantatprothetisches System zu schaffen.
Verankerungsstrategie
Die Verankerungsstrategie der BCS-Implantate ist die kortikale Verankerung.
In der Praxis bedeutet dies, dass das Implantat so eingesetzt wird, dass sein Gewinde in eine oder mehrere dichte kortikale Knochenschichten eingreift. Ziel ist es, eine sofortige mechanische Stabilität zu erreichen, die es ermöglicht, die Implantate schon früh in der Behandlungssequenz mit einer prothetischen Struktur zu verblocken.
Das BCS-System wird für die Verankerung in der 1., 2. und gegebenenfalls 3. Kortikalis beschrieben. Kortikalis beschrieben. Dies ist ein zentrales Element des strategischen Implantatkonzepts.
Die Verankerungsstrategie kann Folgendes umfassen:
- Verankerung im krestalen kortikalen Knochen
- Verankerung im tieferen basalen kortikalen Knochen
- bikortikale oder multikortikale Stütze, sofern die Anatomie dies zulässt
- Tubero-pterygoide kortikale Verankerung im posterioren Oberkiefer
- Strategische Verteilung der Implantate zur Stütze der Sofortschienung
- Drei-Punkt-Stütze bei Brücken und vollständigen Zahnrestaurationen
Das implantatprothetische System ist so designt, dass es als verblockte Einheit funktioniert. Aus diesem Grund werden BCS-Implantate häufig in segmentalen Brücken oder zirkulären Full-Dental-Brücken verwendet und nicht als Einzelimplantate.
Belastungsprotokoll
BCS-Implantate sind für eine Sofortbelastung designt, wenn die klinischen Bedingungen dafür geeignet sind.
Laut Herstellerkatalog werden BCS-Implantate typischerweise für Segmente und zirkuläre Brücken in einem sofortigen Schienungsprotokoll verwendet. Außerdem heißt es dort, dass die Prothese vor dem 3. postoperativen Tag eingesetzt werden sollte.
Klinisch bedeutet dies, dass BCS-Implantate in der Regel nicht wie viele herkömmliche zweizeitige Implantatsysteme über mehrere Monate unbelastet bleiben. Stattdessen hängt das Behandlungskonzept davon ab, dass bei der Insertion eine starke mechanische Verankerung erreicht wird, gefolgt von einer frühen prothetischen Schienung.
Das Protokoll für die Sofortbelastung hängt im Allgemeinen von folgenden Voraussetzungen ab
- Angemessene Primärstabilität
- Korrekte Verteilung des Implantats
- Ausreichende kortikale Verankerung
- Starre prothetische Schienung
- Kontrollierte Okklusion
- Geeignete Fallauswahl
- Chirurgische und prothetische Erfahrung mit strategischer Implantologie
Bei der Prothese kann es sich je nach Fall um eine segmentale Brücke oder um eine Full Dental-Zirkularbrücke handeln.
Anatomische Strukturen, die mit der BCS-Verankerung verbunden sind
BCS-Implantate sind konzeptionell und klinisch mit der kortikalen Anatomie des Kiefers verbunden. Ihre Verankerungsstrategie nutzt dichte Knochenbereiche, die auch bei reduziertem Alveolarkamm stabil bleiben.
Zu den wichtigen anatomischen Strukturen und Bereichen gehören:
- Oberkiefer
- Unterkiefer
- Hinterer Oberkiefer
- Oberkiefer anterior
- Unterkiefer (posterior)
- Vorderer Unterkiefer
- Basaler kortikaler Knochen
- Kortikaler Knochen krestal
- Tubero-pterygoideus-Bereich
- Tuberregion-Pterygoid-Grenze
- Vertikaler Fortsatz des Gaumenbeins
- Bereich des Fortsatzes des Pterygoids
- Kortikaler Knochen des Nasenbodens, sofern bei der Planung des Oberkiefers im Frontzahnbereich relevant
- Kortikalisstrukturen des Unterkiefers, je nach klinischer Situation
Im Seitenzahnbereich des Oberkiefers können BCS-Implantate für die Tubero-Pterygoid-Verankerung verwendet werden. Dies ist besonders wichtig, wenn die Höhe des Oberkiefers im Seitenzahnbereich begrenzt ist und ein augmentationsfreier Ansatz in Betracht gezogen wird.
Im anterioren Oberkiefer kann die Implantatrichtung so geplant werden, dass sie mit den verfügbaren kortikalen Strukturen, in ausgewählten Fällen auch mit der Nasenbodenkortikalis, in Kontakt kommt.
Im Unterkiefer hängt die Verankerungsstrategie vom verfügbaren kortikalen Knochen und der geplanten prothetischen Konstruktion ab.
Prothetische Verbindung
BCS-Implantate sind einteilige Implantate, d. h. Implantatkörper und Abutment sind integriert. Dies unterscheidet sich von konventionellen zweiteiligen Implantatsystemen, bei denen der Implantatkörper und das Abutment separate Komponenten sind.
Bei der zementierten Prothetik wird das prothetische Werkstück auf den Abutment-Kopf aufgesetzt. Der Hersteller betont, dass das prothetische Design Hygiene und Selbstreinigung ermöglichen sollte, insbesondere auf der lingualen oder palatinalen Seite. Ein reinigbares prothetisches Emergenzprofil ist wichtig, um Plaqueretentionen im Bereich der Schleimhautdurchdringung zu reduzieren.
BCS MU-Implantate werden verwendet, wenn eine okklusal verschraubte Brücke geplant ist. Bei diesem System werden prothetische Komponenten wie Titanbasen, Prothetikschrauben und gießbare Abutments verwendet, um eine passiv sitzende, verschraubte Brücke herzustellen.
Klinische Fallstudie: Wie Dr. Genchev BCS-Implantate bei schwerer Atrophie des Oberkiefers im Seitenzahnbereich einsetzte
Bei der vollständigen Rehabilitation von Marie setzte Dr. Genchev BCS-Implantate im rechten posterioren Oberkiefer ein, wo die Knochenverhältnisse besonders anspruchsvoll waren. Dieser Bereich wies eine starke Resorption auf: Die Spongiosa war verschwunden, so dass hauptsächlich harter kortikaler Knochen übrig blieb.
Aus diesem Grund wählte Dr. Genchev das Ihde Dental BCS-System. In diesem Bereich war das Behandlungsziel nicht die Komprimierung des spongiösen Knochens, sondern die reine kortikale Fixierung. Die Wahl fiel auf BCS-Implantate, weil sie für die Verankerung in dichten kortikalen Strukturen konzipiert sind und sofortige mechanische Stabilität bieten.
Dr. Genchev setzte vier BCS-Implantate in den rechten posterioren Oberkiefer:
Position
Verwendetes Implantat
Verankerungsstrategie
17-2
BCS 3,5 × 20 mm
Primäre tubero-pterygoide Verankerung, in einem posterioren schrägen Winkel zur medialen Leiste des Fortsatzes des Keilbeins eingesetzt
17
BCS 4,6 × 14 mm
Verankerung durch die Tuberregion-Pterygoid-Grenze
16
BCS 4,6 × 14 mm
Verankerung in den kortikalen Knochen des vertikalen Fortsatzes des Gaumenbeins
15
BCS 4,6 × 14 mm
Verankerung im kortikalen Knochen des vertikalen Fortsatzes des Gaumenbeins
Das distalste Implantat, das an Position 17-2 gesetzt wurde, diente als primäres Tubero-Pterygoid-Implantat. Es wurde in einem posterioren schrägen Winkel eingesetzt, um die mediale Leiste des Fortsatzes des Keilbeins zu erreichen. Dies bot eine starke distale Stütze für die obere Brücke in einem Bereich, in dem eine konventionelle Implantation im posterioren Oberkiefer ohne Sinuslift oder Knochentransplantation oft schwierig wäre.
An Position 17 setzte Dr. Genchev ein 4,6 × 14 mm großes BCS-Implantat durch die Tuberregion-Pterygoid-Grenze. Dieser anatomische Bereich ist in der Basalimplantologie wertvoll, da er dichten kortikalen Knochen enthält, der selbst bei starker Atrophie des Oberkiefers stabil bleibt.
An den Positionen 15 und 16 setzte er zwei zusätzliche 4,6 × 14 mm große BCS-Implantate in den kortikalen Knochen des vertikalen Fortsatzes des Gaumenbeins. Der größere Durchmesser von 4,6 mm erhöhte den Kontakt mit dem kortikalen Knochen und verbesserte die Primärstabilität.
In diesem Fall wurden BCS-Implantate daher als reine kortikale Verankerungslösung für die am stärksten atrophierte posteriore Oberkieferzone verwendet. Sie boten die für die Sofortbelastung der oberen Brücke erforderliche distale und posteriore Stütze.
Die BCS-Implantate waren Teil einer umfassenderen Gesamtstrategie mit insgesamt 22 Implantaten. Dr. Genchev kombinierte drei Ihde Dental-Implantatsysteme je nach den örtlichen Knochenverhältnissen:
- BCS-Implantate für Zonen, in denen nur harter kortikaler Knochen verblieben war
- TPG Uno-Implantate für Zonen mit sowohl spongiösem als auch kortikalem Knochen
- KOS ROOT-Implantate für Zonen mit komprimierbarem spongiösem Knochen, optional mit kortikaler Verankerung
Da alle Implantate eine hohe Primärstabilität aufwiesen, konnte Dr. Genchev die Implantate sofort schienen und die endgültigen Metallkeramikbrücken innerhalb von 5 Tagen einsetzen. Die BCS-Implantate im rechten posterioren Oberkiefer spielten eine Schlüsselrolle bei der Schaffung einer stabilen Stütze im Seitenzahnbereich ohne Sinuslift, Knochentransplantation oder Zygoma-Zahnimplantate.
Klinische Zusammenfassung
BCS-Implantate von Ihde Dental sind einteilige Sofortbelastungsimplantate, die für die kortikale Verankerung designt wurden. Sie werden in der Rehabilitation des Ober- und Unterkiefers eingesetzt, insbesondere wenn die klinische Strategie eine Verankerung im stabilen kortikalen Knochen erfordert, anstatt sich nur auf den spongiösen Alveolarknochen zu verlassen.
Das System bietet ein breites Spektrum an Dimensionen, von schmalen 2,7-mm-Stützen bis zu breiten 12,0-mm-Großkopfimplantaten sowie BCS MU-Implantate für verschraubte Brücken. Das Belastungsprotokoll basiert auf einer Sofortbelastung mit prothetischer Eingliederung vor dem 3. postoperativen Tag, wenn die klinischen Bedingungen dafür geeignet sind.
BCS-Implantate eignen sich daher besonders für die strategische Implantologie, die Basale Implantologie, die Full Dental Rehabilitation, für Brücken mit Sofortbelastung und für Fälle, in denen die kortikale Verankerung eine Alternative zu Transplantations- oder Sinuslift-Verfahren darstellt.
Die Behandlung mit BCS-Implantaten sollte nur von Ärzten geplant und durchgeführt werden, die in diesem System geschult und autorisiert sind, wobei Anatomie, Knochenqualität, Okklusion und prothetisches Design sorgfältig zu beurteilen sind.
