Die mylohyoidea ist ein knöcherner Grat an der medialen (inneren, lingualen) Oberfläche des Unterkieferkörpers. Er verläuft schräg vom Bereich der hinteren Backenzähne nach unten und vorne zur Mittellinie. Sie ist nach dem Musculus mylohyoidea benannt, der entlang dieser Kante ansetzt und den muskulären Boden des Mundes bildet.
Die mylohyoidea-Linie (lateinisch: linea mylohyoidea) ist ein kortikaler Grat, der entlang der Innenfläche des Unterkiefers verläuft. Sie ist eine der klinisch wichtigsten anatomischen Strukturen bei der Planung von Unterkieferimplantaten, da sie auch dann dicht und mineralisiert bleibt, wenn der restliche Alveolarkamm resorbiert ist. Für Patienten mit posteriorem Knochenschwund im Unterkiefer kann er den Unterschied zwischen Implantaten und der Aussage, es sei nicht genug Knochen vorhanden, ausmachen.
In anatomischen Begriffen:
- Lage: Mediale Fläche des Unterkieferkörpers, die diagonal vom Bereich der dritten Backenzähne bis zum Bereich der Symphyse verläuft.
- Synonyme und alternative Namen: Mylohyoidea, innere Schräglinie (lateinisch: linea obliqua interna), medialer Schrägkamm.
- Funktion: Ansatzstelle für den Musculus mylohyoideus, der den Mundboden beim Schlucken und Sprechen anhebt.
Die mylohyoidea-Linie liegt nicht an der Spitze des Alveolarkamms. Sie verläuft schräg auf der inneren (lingualen) Seite des Unterkieferkörpers, unterhalb des Alveolarkamms. Dies ist für die Implantatplanung von Bedeutung, da der Knochen entlang dieses Kammes kortikal ist und selbst bei Patienten mit starker Alveolarresorption relativ stabil bleibt.
Die Knochenqualität der mylohyoidealen Linie für die Implantation
Ist der Knochen an der Linea mylohyoidea gut genug für eine Implantatverankerung?
Die Linea mylohyoidea ist kortikaler Knochen. Er folgt nicht dem gleichen Resorptionsmuster wie der weichere spongiöse Alveolarknochen darüber. Bei Patienten mit erheblichem Knochenschwund im Unterkiefer, insbesondere im hinteren Teil des Unterkiefers, wo der Alveolarkamm sehr schmal oder in der Höhe reduziert sein kann, kann die mylohyoidea als dichte, zuverlässige kortikale Struktur bestehen bleiben.
Was die Klassifizierung des Knochentyps betrifft, so wird die mylohyoidea am ehesten mit den Knochenmerkmalen D1 oder D2 in Verbindung gebracht. Es handelt sich um kompakten, gut mineralisierten kortikalen Knochen und nicht um den weicheren trabekulären Knochen, auf den konventionelle Implantate angewiesen sind.
Genau das macht ihn für die strategische Implantologie so wertvoll. Wenn der darüber liegende Alveolarkamm für ein konventionelles Implantat unzureichend ist, stellt die mylohyoidea ein kortikales Verankerungsziel dar, das immer noch vorhanden und zuverlässig ist. Das Implantat muss nicht ausschließlich in den reduzierten Alveolarknochen gesetzt werden. Mit der richtigen Angulation kann es die Linea mylohyoidea an der lingualen Kortikalis erreichen.
Die Linea mylohyoidea für die strategische Implantation
Was muss mein Zahnarzt über die Mylohyoidea-Linie wissen, bevor er posteriore Unterkieferimplantate setzt?
Die mylohyoidea-Linie verändert den chirurgischen Ansatz für posteriore Unterkieferimplantate bei Patienten mit begrenzter Knochenhöhe oder -breite.
Im posterioren Unterkiefer verläuft der Nervus alveolaris inferior innerhalb des Mandibularkanals. Dies schränkt ein, wie weit ein Implantat in der herkömmlichen vertikalen Richtung unter den Alveolarkamm reichen kann. Wenn die Knochenhöhe begrenzt ist und ein vertikal gesetztes Implantat den Nerv nicht sicher umgehen kann, ist ein alternativer Ansatz erforderlich.
Durch eine linguale Neigung des Implantats (zur Innenseite des Kiefers) kann der Chirurg die Implantatspitze am Nervenkanal vorbeiführen und in der mylohyoidea auf der medialen Kortikalfläche verankern. Diese Technik erfordert:
- CBCT-Planung, um die genaue Position des Nervenkanals und der mylohyoidea in drei Dimensionen zu bestimmen.
- Kontrollierte linguale Neigung beim Bohren und Einsetzen, in der Regel bei langsamer Drehzahl, um ein taktiles Feedback zu ermöglichen.
- Angemessene Implantatdimensionen, um den kortikalen Kamm zu erreichen, ohne die linguale Kortikalis über das gewünschte Niveau hinaus zu perforieren.
Dieser Ansatz ist nicht improvisiert. Er erfordert genaue anatomische Kenntnisse und eine sorgfältige präoperative Analyse des Unterkieferquerschnitts eines jeden Patienten. Wenn sie jedoch korrekt ausgeführt wird, bietet sie eine starke Primärstabilität in einem Bereich, in dem die konventionelle vertikale Implantatinsertion oft versagt oder kontraindiziert wäre.
Implantatauswahl für die mylohyoidea-Verankerung
Welche Implantate eignen sich am besten für die Verwendung der mylohyoidealen Linie als Verankerungspunkt?
Nicht alle Implantate sind für diese Technik geeignet. Die Wahl hängt vom verfügbaren Knochen im Osteotomiepfad, dem Implantatdurchmesser, den die Anatomie zulässt, und dem prothetischen Plan ab.
Ihde Dental KOS ROOT ist ein Kompressionsschraubenimplantat, das von erfahrenen basalen Implantologen häufig im Unterkiefer eingesetzt wird. Seine schmalen Durchmesser (3,0 und 3,5 mm) sind besonders nützlich im posterioren Unterkiefer, wo die Knochenbreite begrenzt ist. Der Kompressionsfaden komprimiert die Spongiosa während der Insertion, und wenn die Implantatspitze lingual an der mylohyoidea ausgerichtet wird, erhält sie dort eine zusätzliche kortikale Verankerung. Diese Kombination aus Komprimierung der Spongiosa und Fixierung der kortikalen Spitze ist eine der klinisch praktikabelsten Methoden für begrenzten posterioren Unterkieferknochen.
Ihde Dental BCS ist relevant, wenn kein spongiöser Knochen vorhanden ist und die Verankerung ausschließlich über kortikale Strukturen erfolgen muss. Bei starker Atrophie des posterioren Unterkiefers können BCS-Implantate in Richtung des verfügbaren kortikalen Knochens, einschließlich der lingualen kortikalen Platte und des mylohyoiden Kammbereichs, gerichtet werden.
BasalFix Compressive-Fix eignet sich für Übergangszonen im posterioren Unterkiefer, in denen noch etwas Spongiosa vorhanden ist, aber die mylohyoidea an der Spitze erreicht werden kann. Es kombiniert eine laterale Kompression der Spongiosa mit einer kortikalen Anlagerung an der Spitze, die sich direkt auf die anatomischen Möglichkeiten der mylohyoidea bezieht.
BasalFix Basal kann in Fällen schwerer Atrophie eingesetzt werden, bei denen die duale kortikale Fixierung das primäre Ziel ist. Die Implantatspitze greift in die zweite kortikale Struktur ein, in diesem Fall die linguale kortikale Platte auf Höhe der mylohyoidea.
DasMonoimplant Microthread ist mit einer scharfen Spitze für die Kortikalispenetration designt. Sein Design soll die Pfannenwände stabilisieren und für eine sofortige Fixierung sorgen, was nützlich sein kann, wenn das Verfahren die dichten kortikalen Strukturen der Unterkieferinnenfläche betrifft.
Die Linea mylohyoidea und die Implantatresultate
Erhöht die Verwendung der mylohyoidea-Linie die Zuverlässigkeit meiner Implantate?
Die Verwendung der mylohyoiden Linie als Verankerungsziel kann bei der Planung von Implantaten im posterioren Unterkiefer bei Patienten mit Knochenschwund erhebliche Vorteile bieten.
Da dieser kortikale Kamm nicht in gleichem Maße resorbiert wie der darüber liegende Alveolarknochen, bietet er selbst bei Kiefer, die deutlich an Volumen verloren haben, einen stabilen mechanischen Anker. Auf diese Weise können Implantate an Stellen gesetzt werden, an denen mit herkömmlichen Methoden eine Knochentransplantation erforderlich oder schlichtweg nicht möglich wäre.
Die Technik erfordert jedoch eine genaue dreidimensionale Bildgebung, eine sorgfältige chirurgische Planung und klinische Erfahrung. Sie ist keine Universallösung. Die Anatomie eines jeden Patienten ist anders, und die Position, Neigung und Dichte der mylohyoidea muss individuell beurteilt werden, bevor sie als geplante Verankerungsstruktur verwendet werden kann.
