Der Oberkiefer (lateinisch: maxilla, von mala, Kiefer) ist der Oberkiefer. Er ist ein paariger Knochen, der den zentralen Teil des Gesichtsskeletts bildet, die oberen Zähne beherbergt und den Boden der Nasenhöhle, den Orbitalboden und das Dach des Mundes bildet. Für die Implantologie ist der Oberkiefer der schwierigere der beiden Kiefer, da sein Knochen im Allgemeinen weniger dicht ist als der des Unterkiefers und er Strukturen wie die Kieferhöhlen enthält, die das Einsetzen von Implantaten einschränken.
Der Oberkiefer besteht aus zwei miteinander verschmolzenen Knochen, die zusammen den Oberkiefer bilden. Für Implantatzwecke ist es sinnvoll, ihn in drei Zonen aufzuteilen:
Der anteriore Oberkiefer ist der vordere Teil, etwa von den mittleren Schneidezähnen bis zu den ersten Prämolaren. Er enthält die Prämaxilla (lateinisch: Praemaxilla), die auch als Zwischenkieferknochen bezeichnet wird und die vier oberen Schneidezähne trägt. Der Knochen ist hier eher vom Typ D3: dünne Kortikalis, feinere Trabekelstruktur, geringere mechanische Festigkeit als im Unterkiefer.
Der mittlere Oberkiefer ist die Übergangszone zwischen dem Front- und dem hinteren Bereich. Knochenqualität und -volumen können hier je nach Alter des Patienten, Zahnverlust in der Vorgeschichte und Grad der Knochenresorption stark variieren.
Der posteriore Oberkiefer ist die schwierigste Zone. Er enthält die Backenzahnregion, die Tuberregion des Oberkiefers (lateinisch: tuber maxillae) und liegt unmittelbar unter und um die Kieferhöhlen. Bei vielen Patienten, insbesondere bei denen, die schon länger zahnlos sind, ist der Alveolarknochen in diesem Bereich resorbiert, der Sinusboden ist abgesunken und das Knochenangebot für konventionelle Implantate ist sehr begrenzt.
Der alveoläre Fortsatz (lateinisch: processus alveolaris) des Oberkiefers ist der zahntragende Kamm. Wie der Fortsatz des Unterkiefers wird er nach einem Zahnverlust resorbiert. Die tieferen Strukturen des Oberkiefers, einschließlich des kortikalen Nasenbodens, des Gaumenbeins und des Fortsatzes hinter der Tuberregion, werden jedoch nicht resorbiert. Dies sind die Strukturen, auf die die Basalimplantologie abzielt.
Die Knochenqualität des Oberkiefers
Ist mein Oberkieferknochen gut genug für Implantate?
Die Knochenqualität im Oberkiefer variiert je nach Zone erheblich und wird in der Regel anhand der Misch-Skala D1 bis D4 klassifiziert.
Dervordere Oberkieferknochen hat am häufigsten D3. Dies bedeutet eine dünne kortikale Schicht mit feinem trabekulärem Knochen darunter. Er ist mechanisch nicht so nachgiebig wie D1 oder D2. Die Primärstabilität muss sorgfältig erreicht werden, häufig durch kontrollierte Komprimierung der Spongiosa und der Nasenbodenkortikalis als sekundäre Verankerungspunkte.
Derhintere Oberkieferknochen ist häufig D4, insbesondere nach erheblichem Zahnverlust. Der D4-Knochen ist ein sehr weicher, feiner trabekulärer Knochen mit begrenzter kortikaler Stütze. Der lokale Alveolarknochen im posterioren Oberkiefer kann so weit reduziert sein, dass eine konventionelle Implantation ohne Sinuslift oder Knochentransplantation unmöglich ist. Die tieferen kortikalen Strukturen hinter der Tuberregion, einschließlich des Fortsatzes des Gaumenbeins und des Übergangs zwischen Tuberositas und Pterygoideus, unterliegen jedoch keiner Resorption und bleiben dicht und mechanisch zuverlässig. Diese Strukturen machen die Tubero-Pterygoid-Implantation möglich.
Die wichtigste klinische Erkenntnis ist folgende: Während der Oberflächenknochen des hinteren Oberkiefers weich ist und schrumpft, bleiben die Verankerungsstrukturen dahinter und darunter dicht. Die Aufgabe des Implantologen besteht darin, diese Strukturen sicher zu erreichen.
Die wichtigsten anatomischen Strukturen für eine strategische Implantation
Welche anatomischen Orientierungspunkte muss mein Zahnarzt kartieren, bevor er meinen Oberkiefer behandelt?
Mehrere Strukturen im Oberkiefer wirken sich direkt auf die Implantatplanung aus.
Die Kieferhöhlen (lateinisch: sinus maxillares, auch Antrum von Highmore genannt) sind luftgefüllte Hohlräume im Inneren des Oberkiefers auf beiden Seiten der Nase. Sie sind der Hauptgrund dafür, dass die konventionelle Implantation im hinteren Oberkiefer häufig einen Sinuslift erfordert. Basale Implantate sind speziell so designt, dass sie um die Nasennebenhöhlen herum und nicht durch sie hindurch eingesetzt werden können.
Der Nasenboden (lateinisch: pars nasalis ossis frontalis) ist der knöcherne Boden der Nasenhöhle. Im vorderen Oberkiefer liegt diese Kortikalisstruktur über den Spitzen der oberen Schneidezahn- und Eckzahnwurzeln. Implantate, die im anterioren Oberkiefer mit ausreichender Länge und leichter palatinaler Neigung eingesetzt werden, können in diese Kortikalisschicht eingreifen und bieten so einen zuverlässigen sekundären Verankerungspunkt, selbst wenn der Alveolarkamm schmal oder reduziert ist.
Die palatinale kortikale Leiste (lateinisch: lamina horizontalis ossis palatini) ist der kortikale Knochen, der das Dach des Mundes bildet. Im vorderen und mittleren Oberkiefer kann die palatinale Neigung von Implantaten in diese Kortikalisstruktur eingreifen und die Primärstabilität verbessern.
Die Tuberregion des Oberkiefers (lateinisch: tuber maxillae) ist der abgerundete Vorsprung am hinteren Ende des Oberkiefers. Seine kortikale Verbindung mit dem Fortsatz des Keilbeins stellt eine wichtige Verankerungszone für distale Oberkieferimplantate dar.
Der Fortsatz des Keilbeins ist die knöcherne Säule hinter der Tuberregion. Er ist mit der Schädelbasis verbunden und wird nicht resorbiert, unabhängig davon, wie viel Oberkieferknochen verloren geht. Er wird auf der Seite Anatomie des Fortsatzes des Keilbeins ausführlich behandelt.
Der Fortsatz des Gaumenbeins ist der kleine knöcherne Vorsprung, der mit den Leisten des Keilbeins in Verbindung steht. Er ist Teil der komplexen kortikalen Anatomie hinter der Tuberregion des Oberkiefers, die die Verankerung des Tubero-pterygoids ermöglicht.
Implantatauswahl für den Oberkiefer
Welche Implantate sind für den Oberkiefer designt?
Die Auswahl der Implantate im Oberkiefer hängt davon ab, welche Zone behandelt werden soll und wie viel Knochen noch vorhanden ist. Ein und derselbe Patient benötigt oft verschiedene Implantattypen in verschiedenen Bereichen desselben Oberkieferbogens.
Im vorderen Oberkiefer, wo häufig D3-Knochen vorhanden ist, ist das Ihde Dental KOS ROOT Compression Implantat oft die erste Wahl. Es komprimiert die vorhandene Spongiosa beim Einsetzen und verankert seine Spitze im kortikalen Knochen des Nasenbodens, wenn Länge und Neigung dies zulassen. In der Fallstudie von Dr. Genchev bei einem Patienten mit schwerer beidseitiger Knochenatrophie setzte er sieben KOS ROOT-Implantate mit den Maßen 3,5 x 16 mm in den Positionen 14 bis 23 ein, jeweils mit leichter palatinaler Neigung, und erreichte so gleichzeitig eine Komprimierung der Spongiosa und eine kortikale Fixierung im Nasenboden.
Das Ihde Dental TPG Uno ist auch im anterioren Oberkiefer und im mittleren Oberkiefer relevant, wo sowohl spongiöser als auch kortikaler Knochen vorhanden ist. Dank seines dreifachen Gewindedesigns kann es in die krestale Kortikalis eingreifen, die Spongiosa komprimieren und in tieferen Kortikalisstrukturen verankern. Im Fall von Dr. Genchevs Parodontitis wurden die TPG Uno Implantate im vorderen Oberkiefer eingesetzt, um sowohl die Spongiosa als auch den kortikalen Knochen des Nasenbodens zu nutzen.
Im hinteren Oberkiefer, wo die Spongiosa resorbiert ist, wird das Ihde Dental BCS zur reinen kortikalen Verankerung verwendet. Im Fall von Dr. Genchev wurden die BCS-Implantate im rechten hinteren Oberkiefer in die Tuberregion-Pterygoid-Verbindung, die mediale Leiste des Keilbeins und den vertikalen Fortsatz des Gaumenbeins eingesetzt. Wo sowohl spongiöser als auch kortikaler Knochen verblieb, wie im linken hinteren Oberkiefer desselben Patienten, wurde TPG Uno gewählt, um Kompression mit kortikaler Fixierung zu kombinieren.
Das BasalFix TPI (Tubero-Pterygoid-Implantat) wurde speziell für den posterioren Oberkiefer entwickelt. Es verankert sich im Fortsatz und in der Tuberregion des Pterygoids und umgeht den Sinus vollständig, ohne dass ein Sinuslift oder eine Knochentransplantation erforderlich ist.
Der BasalFix Compressive-Fix ist in den Übergangszonen des vorderen bis mittleren Oberkiefers nützlich, wo die Nasenrinde erreichbar ist und etwas Spongiosa verbleibt. Er kombiniert die Komprimierung der Spongiosa mit der Anlagerung der Kortikalis.
Bei weichem D3- und D4-Kieferknochen stützen die Monoimplant Rough Fixtures die biologische Osseointegration durch ihre mit Kalziumphosphat behandelte Oberfläche. Das Monoimplant MOT, ein Hybrid mit rauer Oberseite und polierter apikaler Spitze, ist in der Nähe der Kieferhöhle relevant, da seine polierte Spitze das Kontaminationsrisiko in diesem Bereich verringert.
